Woche der erneuerbaren
Energien
Teil I: Die gegenwärtige
Energiesituation
Teil II: Entwicklung
des Tages der erneuerbaren Energien
Teil III: Was versteht
man unter erneuerbaren Energien?
Teil IV: Warum sind erneuerbare
Energien für uns so wichtig?
Seit 1998 wird der „Tag der
erneuerbaren Energien” im Ilm-Kreis durch den "Energie & Umwelt" e.V.
Ilmenau unter Einbeziehung
verschiedener Partner organisiert
und durchgeführt. Zu den aktiven und kreativen Mitstreitern gehört
seit 1999 auch der Arbeitskreis
Lokale Agenda 21 der VG
Geratal. Die gewachsenen Besucherzahlen und die steigende Zahl an Objektanbietern
führten dazu, den
zeitlichen Rahmen zu erweitern.
So gibt es seit dem Jahr 2001 eine „Woche der erneuerbaren Energien”, die
in diesem Jahr unter dem
Motto steht:
"Bei uns wird nicht gepafft, wir arbeiten mit
onnen-, Wind- und Wasserkraft"
In dieser Woche vom 20.04.
bis 27.04.2002 sind auch in der VG Veranstaltungen geplant, in denen der
Besucher unter anderem durch
Fachvorträge sensibilisiert
werden soll, um über Umwelt und Energie unter dem Gesichtspunkt der
Nachhaltigkeit in ihrer Einheit von
Ökonomie, Ökologie
und Sozialem neu nachzudenken.
Das Grundanliegen dieser
Woche ist einerseits, dem Bürger zu erläutern, welche schädliche
Auswir-kungen die Verwendung von fossilen
Brennstoffen auf Mensch
und Natur hat, und anderseits die Vorteile und Möglichkeiten die die
Nutzung erneuerbarer Energien bietet!
Dazu wird vom "Energie &
Umwelt" e. V. eine Broschüre erstellt. Sie enthält unter anderem
fachliche Aussagen zu den verschiedenen
erneuerbaren Energien und
Angaben zu den Ausstellern.
Wenn es gelingt, die Akzeptanz
und die aktive Anwendung dieser umweltverträglichen Technologien zu
erhöhen, ist dies ein wichtiger
Beitrag zur rationellen Energieanwendung
und trägt dadurch mit bei, einer drohenden Klimaveränderung entgegenzuwirken,
denn es gibt
heute bereits technisch
ausgereifte Produkte für den Einsatz von erneuerbaren Energien, zu
deren Errichtung auch Fördermittel
bereitgestellt werden können.
Am 27. April 2002, dem bundesweit
stattfindenden „Tag der erneuerbaren Energien”, können sich interessierte
Bürger wieder vor Ort
über Möglichkeiten
der Nutzung von Sonnenenergie, Biomasse und Wasserkraft sowie weiterer
erneuerbarer Energien informieren.
Zu danken ist den Familien
· Schumann aus Angelroda,
· Dr. Rescher und Dr. Wölk aus Elgersburg,
· Ehrhardt aus Martinroda,
· Bussemer, Frankenberg und Ihme aus Geraberg sowie
der Gemeindeverwaltung Geraberg, die Ihre Anlagen für Besichtigungen
zur Verfügung stellen wollen.
Zur umfassenden Vorbereitung
dieses Tages und der gesamten Woche der erneuerbaren Energien gehört,
daß nicht nur in der
genannten Broschüre
umfangreich und detailliert informiert wird, sondern auch in der regionalen
Presse, auf Flyern und Plakaten.
Außerdem können
Informationen dazu unter www.ik-is.de abgerufen werden.
Zum besseren Verständnis
der erneuerbaren Energien einschließlich ihrer Bedeutung für
die Nachhaltigkeit in ihrer Einheit von
Ökonomie, Ökologie
und Sozialem und damit für ein zukunftsfähiges Leben werden durch
den Arbeitskreis in den nächsten Wochen
nachfolgend genannte Komplexe
näher erläutert:
· Die gegenwärtige Energiesituation
· Entwicklung des Tages der erneuerbaren Energien
· Was versteht man unter erneuerbaren Energien?
· Warum sind erneuerbare Energien für uns so wichtig?
Teil I: Die gegenwärtige
Energiesituation
Vor dem Hintergrund des weltweit
anwachsenden Energiebedarfes aufgrund der drastischen Zunahme der Weltbevölkerung
und des
damit verbundenen notwendigen
Anstiegs der Industrialisierung in den Entwicklungsländern, stellt
sich unbedingt die Frage nach der
Sicherung der Energieversorgung
in der nahen Zukunft, denn heute verbraucht die Weltbevölkerung pro
Tag mehr fossile Energie als in 1000 Jahren entstanden ist.
Der Fortschritt der Zivilisation
beruht auf der Verfügbarkeit von Energie, und damit ist eine sichere
Elektroenergie- und Wärmeversorgung eine wichtige Voraussetzung für
den Industriestandort Deutschland. Das Bewußtsein um die Begrenztheit
der fossilen Energieträger und die unvertretbaren Folgen der Energienutzung
für das Ökosystem Erde muß jedoch unser Handeln bestimmen.
Dies bedeutet z.B.
für die Wärmeversorgungsunternehmen nach den sich immer mehr
abzeichnenden Risiken infolge Ozonloch,
anthropogenen Treibhauseffekt
und Waldsterben, daß die Wärmeversorgung unter Einhaltung einer
hohen
· Versorgungssicherheit,
· Wirtschaftlichkeit,
· Umweltverträglichkeit und
· Ressourcenschonung
erfolgen muß.
Es kann nicht angehen, daß
25 % der Weltbevölkerung ca. 75 % der Energie verbrauchen. Die Risiken
der verschiedenen
Energieversorgungssysteme
müssen für den Menschen kalkulierbar sein und dürfen nicht
unsere natürlichen Lebensgrundlagen
zerstören.
Die nicht unbegrenzt zur
Verfügung stehenden fossilen Brennstoffe werden nicht nur dringender
für chemische und biotechno-logische Prozesse benötigt, sondern
stellen zudem eine wichtige Rohstoffbasis für zukünftige Genera-tionen
dar. Außerdem sind die bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe
auftretenden Umweltrisiken heute oft noch nicht in ihrem vollen Umfang
übersehbar.
Das Risiko der bisher verfügbaren
Kernenergietechniken wurde durch Havarien an den bestehenden Kernkraftwerken
sowie durch das bisher nicht gelöste Problem der Entsorgung der radioaktiven
Abfallstoffe nicht gemindert.
Eine verantwortungsbewußte
und zukunftsorientierte Energiepolitik muß deshalb den Belangen
der Dritten Welt ebenso wie den
Interessen der Industrieländer
Rechnung tragen. Ziel der Energiepolitik muß es deshalb sein,
· den wachsenden Energieverbrauch zu senken.
· verstärkt Energiesparmaßnahmen einzuleiten.
· erneuerbare Energien durch Forschungs- und Markteinführungshilfen
zu fördern.
· den Kohlendioxidausstoß zu reduzieren.
· die Abhängigkeit von der Kernenergie zu verringern.
Trotz der geplanten und eingeleiteten
Maßnahmen zum Energiesparen in den Industriestaaten wird weltweit
der Energiebedarf weiter
steigen. Gründe sind
neben der Bevölkerungsexplosion und Industrialisierung in den Entwicklungsländern
· die Verstädterung,
· die Forderung nach besseren Lebensbedingungen,
· die Erhöhung der Produktivität,
· die Notwendigkeit nach besseren Transport – und Kommunikationssystemen
sowie
· die steigende Nachfrage nach Rohstoffen.
Obwohl die Vorräte an
fossilen Brennstoffen noch für längere Zeiten ausreichen, um
die Menschheit mit Elektro- und Wärmeenergie zu
versorgen, ist es nicht
nur im Interesse der kommenden Generationen, sondern vor allem zum Schutz
und Erhalt der Umwelt erforderlich,
nach neuen umweltschonenden
Energien zu forschen. Durch eine verstärkte Nutzung der erneuerbaren
Energien wird ein Beitrag im
Sinne einer ökologischen
Energieversorgung geleistet.
Teil II: Entwicklung
des Tages der erneuerbaren Energien
Die Initiative zu diesem
Tag ging von der sächsischen Kleinstadt Oederan im Erzgebirge aus.
Hier war zur Wendezeit die Luftbelastung
durch Industrie und Kohleeinzelheizungen
so hoch, daß zunächst 1992/1993 ein Solar-Modellvorhaben realisiert
wurde. Sieben
Solaranlagen mit je 100
m² Kollektorfläche, auf kommunalem Eigentum installiert, deckten
für 240 Wohnungen immerhin die Hälfte des
Warmwasserverbrauchs.
An einem Tag der offenen
Tür konnte sich dann jeder mit dem Innenleben der neuen Technik vertraut
machen. Da auch viele Besucher
wissen wollten, wie so etwas
im Privathaushalt anwendbar wäre, entstand die Idee des "Tages der
erneuerbaren Energien" unter
Einbeziehung möglichst
vieler Nutzer, Eigentümer und Anbieter solcher Anlagen.
Im Jahre 1996 wurde der 10.
Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl als Anlaß zur Durchführung
des Tages der erneuerbaren
Energien genommen. Am 20.
April 1996 öffneten sich die Türen von 25 Betreibern aus Sachsen
zur Besichtigung der Anlagen für
interessierte Bürger.
Seitdem hat das Vorhaben längst die Grenze Sachsens überschritten
und wird in fast allen Bundesländern
durchgeführt.
Immer am letzten Samstag
im April stellen Privatleute, Firmen und Vereine ihre Anlagen der
interes-sierten Öffentlichkeit zur
Besichtigung frei. Dabei
kann man ähnlich wie am Tag des offenen Denkmals vor Ort mit
den Betreibern und Herstellern dieser Anlagen
Fachgespräche führen.
Fachleute referieren über
neueste Details und informieren über allgemeine und spezielle Zusammenhänge
zwischen Energiewirtschaft,
Umweltbelastung, den Nutzungsformen
von Sonnenenergie, Windkraft, Wasserkraft, Erdwärme und nachwachsenden
Rohstoffe.
Viele tausend interessierte
Bürger nehmen jedes Jahr diese Gelegenheit wahr, sich vor Ort über
die tech-nischen Möglichkeiten der
Nutzung von erneuerbaren
Energien zu informieren.
Letztendlich dient der Tag
der erneuerbaren Energien auch der Förderung der regionalen Wirtschaft.
Das Handwerk präsentiert sich als
kompetenter Partner vor
Ort bei der Herstellung, Montage und der Wartung entsprechender Anlagen.
Der „Energie & Umwelt”
e.V. Ilmenau gestaltete im Jahr 1998 zum ersten Mal den Tag der erneuer-baren
Energien im Freistaat
Thüringen. Noch abweichend
vom zentralen Termin im April standen am 14.6.1998 schon 33 Anlagen im
Ilm-Kreis den Besuchern zur
Besichtigung offen. Seitdem
wird der Tag der erneuerbaren Energien regelmäßig durchgeführt.
Zur Veranstaltung im Jahr
2000 wurde durch den „Energie & Umwelt” e.V. eine Internetpräsentation
über den Tag der erneuerbaren
Energien vorgestellt und
ist seitdem ein fester Bestandteil. Auch in diesem Jahr kann man sich umfassend
im Internet unter www.ik-is.de
über Anliegen, Geschichte
und Besichtigungsobjekte zu diesem Tag informieren.
Seit 1999 wirkt der Arbeitskreis
"Lokale Agenda 21" der VG Geratal aktiv und kreativ an der Vorbereitung
und Durchführung dieses
Tages mit. Zu dessen vielfältigen
Aktivitäten gehören unter anderem:
· Gespräche mit Familien und Firmen bzgl. Präsentation
ihrer Anlagen.
· Organisation und Durchführung von Fachvorträgen unter
Einbeziehung der FH Erfurt.
· Umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit einschließlich der
Gestaltung von Geralauben.
· Inhaltliche und organisatorische Vorbereitung der Auftaktveranstaltung
2000 an der FH Erfurt.
Die gewachsenen Besucherzahlen
und die steigende Zahl an Objektanbietern führten dazu, den zeitlichen
Rahmen zu erweitern, so gibt
es seit dem Jahr 2001 eine
„Woche der erneuerbaren Energien”.
Die erneute Übernahme
der Schirmherrschaft durch Landrat Dr. Senglaub dokumentiert die Bedeutung
des Anliegens dieser Woche,
nämlich immer mehr
Bürger von der Notwendigkeit der Anwendung von erneuerbaren Energien
zu überzeugen.
Teil III: Was versteht
man unter erneuerbaren Energien?
Die Nutzung der erneuerbaren
Energien wird für die ständig zunehmende Bevölkerung und
deren nach- haltige Zukunft immer wichtiger,
denn diese Energien verbreitern
nicht nur die dringend benötigte Res- sourcenbasis, sondern sie sind
auch "frei" von der Emission
· des Klimagases CO2 und
· der Luftschadstoffe SO2, NOx u.a..
Die erneuerbaren Energien,
d. h. die in menschlichen Zeiträumen unerschöpflichen Energien
werden meist in 3 Kategorien eingeteilt:
· Nutzung der direkten Sonnenstrahlung
· Sekundäre Effekte der Sonnenstrahlung
· Energie aus anderen Quellen
Die direkte Sonnenstrahlung
wird vom Menschen schon immer als Wärme und Licht genutzt. Ohne sie
wär kein Leben auf der Erde
möglich.
Die Nutzung als Wärme
erfolgt dabei in 2 Varianten, d. h. als
· passive Nutzung, bei der die Wärmestrahlung z.B. durch geschickte
Bauweise von Gebäuden zur Gebäudeheizung mitbenutzt wird.
· aktive Nutzung, bei der durch technische Einrichtungen die oft
eine Hilfsenergie benötigen, Wärmeenergie gespeichert oder an
den
Ort der Nutzung transportert
wird, bekannt als Solarthermie.
Erst in der Gegenwart ist
die Erzeugung des elektrischen Stromes durch die Nutzung der Sonnenstrah-
lung, bekannt als Photovoltaik,
hinzugekommen.
Den sekundären Effekten
der Sonnenstrahlung sind eine Reihe von Energieformen zuzurechnen, die
der Mensch schon seit
Jahrtausenden nutzt:
· Bei der Nutzung
der Wasserkraft ist die Bewegungsenergie des Wassers die treibende Kraft,
bei der Windenergie die Luftströmung.
Beide Effekte werden primär
durch die Sonnenstrahlung und ihre unterschiedliche Intensität in
den verschiedenen Gebieten der Erde erzeugt.
· Die Gesamtheit aller
Stoffe organischer Herkunft bezeichnet man als Biomasse und wird wegen
der unterschiedlichen Herkunft unterteilt, in die
o Nutzung nachwachsender Rohstoffe,
o Nutzung von Abfällen.
· Die Technik zur
Nutzung der Umweltwärme durch Wärmepumpen wurde erst in den letzten
Jahrzehnten entwickelt, und dabei entnimmt
die Wärmepumpe der
Umgebungsluft, dem Wasser bzw. dem Erdreich Energie und wandelt diese in
Wärme auf höherem
Temperaturniveau um.
Zu den nicht mit der Sonnenstrahlung
in Verbindung stehenden erneuerbaren Energien gehört die
· Geothermie (Erdwärme).
Dieses Wärmepotential der Erde hat 2 Ursachen:
o Die Ursprungswärme, die während der Entstehung der Erde vor
ca. 4,5 Milliarden Jahren in deren Inneren "eingeschlossen" wurde.
o Den radioaktiven Zerfall der langlebigen Atome Uran 235 und 238, Kalium
40 und Thorium in der Erdkruste,
· Gezeitenenergie,
eine weltweite Wasserströmung, die aus einer Kombination von Erdrotation
und Gravitationskräften entsteht.
Teil IV: Warum sind erneuerbare
Energien für uns so wichtig?
Jährlich verbrauchen
die Einwohner der Bundesrepublik die Energiemenge von rund 500 Millionen
Tonnen Steinkohleeinheiten. Dies
entspricht der Energie,
die bei der Verbrennung von sechs Millionen Waggons voller Steinkohle entstehen
würde, aneinandergereiht ein
Zug von 75 000 Kilometern
Länge!
Jeder Bürger unseres
Landes verbraucht also pro Jahr durchschnittlich mehr Energie, als in sechs
Ton-nen Steinkohle stecken.
Statistisch setzt er damit
jährlich über 12 Tonnen Kohlendioxid frei und trägt
so entscheidend zu dem anthropogenen Treibhauseffekt bei.
Kohlendioxid (CO2) ist als
weitgehend natürlicher Bestandteil in der uns umgebenden Luft mit
einem Volumenanteil von etwa 0,035 %
enthalten. Trotz dieser
geringen Konzentration ist CO2 für das Leben auf der Erde von großer
Bedeutung. Der CO2 -Anstieg von 0,028
auf 0,035 % seit Beginn
der Industria-lisierung Mitte des 19 Jahrhunderts hat im wesentlichen anthropogene
Ursachen. Dies resultiert
vorrangig aus dem hohen
Anteil (ca. 90 %) der Nutzung von fossilen Rohstoffen.
Die energiereiche, kurzwellige
Sonnenstrahlung durchdringt die Erdatmosphäre, trifft auf die Erde
und wird unter Energieabgabe von der
Erde in Richtung Weltall
reflektiert. Der natürliche Treibhauseffekt entsteht dadurch, weil
ein großer Teil dieser langwelligen
Wärmestrahlung nicht
mehr zurück ins Weltall gelangen kann. Sie werden vor allem durch
das CO2 in der unteren Atmosphäre
zurückgehalten. Die
Treibhausgase wirken also wie eine Strahlenfalle, ähnlich dem Glasdach
eines Treibhauses.
Der natürliche Treibhauseffekt
ist lebensnotwendig. Ohne ihn wäre es auf der Erdoberfläche ungemüt-lich
kalt, nämlich -18°C. In
Bohrkernen aus 2000 m tiefen
Bohrungen im Eis der Arktis fanden Forscher, daß die Konzentrationen
von Kohlendioxid und Methan in
den vergangenen Jahrtausenden
beträchtlich schwankten, und mit ihnen änderte sich die Temperatur.
Nehmen die Konzentrationen zu,
erwärmt sich die Erde,
nimmt sie ab, sinkt die Temperatur.
Durch den anthropogenen Treibhauseffekt
wird die Wärmeabstrahlung behindert was zu einer Erwär-mung auf
der Erde führt. Dies
bedeutet, daß sich
die Erde in den nächsten hundert Jahren um 2 bis 5 K erwärmen
wird. Schon ein Grad mehr würde voraussichtlich
die Klimazonen um 200 bis
300 km polwärts verschieben. Tropen und Subtropen würden von
Wolkenbrüchen und Orkanen in größerer
Zahl heimgesucht, die Wüsten
würden immer mehr Land verschlingen, in den mittleren Breiten würden
die Sommer voraussichtlich heißer
und trockener werden. Da
sich mit der Luft auch das Meerwasser erwärmt, sind auch die dichtbesiedelten
Küstenregionen durch den
damit verbundenen Anstieg
des Meeresspiegels in ihrer Existenz bedroht.
Jeder kann die Umwelt schonen,
indem er Energie spart und sich dort, wo er die freie Wahlmöglichkeit
hat, jeweils für den CO2-ärmeren
oder –freien Energieträger
entscheidet. In diesem Sinne sollten wir in allen Bereichen unseres Handelns
Nachhaltigkeit anstreben. Dazu
zählt auch die Art,
wie wir unsere Energie erzeugen. Hier haben die erneuerbaren Energien klare
Vorteile: Bei ihrer Nutzung geben sie
keine oder weniger Luftschadstoffe
als fossile Energieträger ab.
Erneuerbare Energien werden
in Deutschland jedoch nur zu ca. 2 Prozent beim Primärenergieverbrauch
und zu 5 Prozent bei der
Stromerzeugung eingesetzt.
Dies resultiert aus der Tatsache,
daß sie zumeist ökonomisch noch nicht konkurrenzfähig zu
konven-tionellen Energiequellen sind. Die
Gründe dafür sind
u.a.:
· Erneuerbare Energien
besitzen eine wesentlich geringere Energiedichte als fossile Energieträger.
Die Konsequenzen: Anlagen zur
Nutzung erneuerbarer Energiequellen
benötigen große Oberflächen zum Sammeln der Energien -
gleichgültig, ob es sich um Solarzellen,
Sonnenkollektoren oder Windräder
handelt. Große Anlagen bedeuten aber in der Regel hohe Investitions-
bzw. Anfangskosten.
· Die räumliche
und zeitlich schwankende Verfügbarkeit mancher erneuerbarer Energien
ist gegenüber den in gespeicherter Form
vorliegenden fossilen Energieträgern
besonders nachteilig. Die Sonne scheint nie bei Nacht, Wind weht sehr unterschiedlich,
und Regen
fällt nicht in jedem
Jahr gleich, nur die Erdwärme ist unabhängig von klimatologischen
Einflüssen. Die Konsequenz: Man muß entweder
Speicher oder Zusatzsysteme
einsetzen. Beides macht die Versorgung komplexer und aufwendiger.
· Anlagen zur Nutzung
erneuerbarer Energien werden heute teilweise noch in kleiner Stückzahl
gefertigt. Dies hat zur Folge, daß ihre
Herstellung teuer ist. Je
stärker sich erneuerbare Energien auf dem Markt durchsetzen, um so
höher werden die Produktionszahlen. Ist
erst einmal eine Massenproduktion
angelaufen, sinken die Herstellungskosten enorm, und damit auch die Preise
für diese
Energiequellen.
· Der Preis, den wir
heute für die herkömmlichen Energiearten zahlen, spiegelt die
Aufwendungen, die unserer Gesellschaft als Folge von
Umwelt- und Gesundheitsschäden
entstehen, kaum wieder. Rechnet man diese „externen Kosten“ bei allen Energiequellen
mit ein, würde
sich die Wettbewerbssituation
für die erneuerbaren Energien entscheidend verbessern.
Natürlich werden erneuerbare
Energien jetzt und in absehbarer Zeit die konventionellen Energieträger
nicht ersetzen können. Sie sind
aber ein wichtiger Bestandteil
der Energieverorgung der Zukunft.
Dafür müssen wir
heute den Weg bereiten - mit Verantwortung für die nächsten Generationen!
Dr. B. Knabe, Geraberg
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