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2. Regionale Arbeitstagung der Agenda 21-Akteure 
     am 17.6.2002 in der Georgenthaler Lohmühle Landkreis Gotha

Einer der Höhepunkte der Agenda-Tätigkeit sind die einmal im Vierteljahr stattfindenden re-gionalen Arbeitstagungen, die der
Information und Anleitung der lokalen Agenda-Akteure von ganz Mittelthüringen dienen. 
Einleitend begrüßten Bürgermeister Jäckel von der Gemeinde Georgenthal sowie der Eigen-tümer der 350 Jahre alten Lohmühle die Anwesenden. 
Diesmal stand das Hauptthema „Wo stehen wir 10 Jahre nach der Umweltkonferenz von Rio und kurz vor der 2. Erdgipfelkonferenz in
Johannesburg?“ zur Beratung an. Sehr sachlich und kritisch wurden die Ergebnisse der Rio-Konferenz von 1992 und deren
Auswirkungen auf die eigene Arbeit diskutiert wie z.B. 
 - die Konferenz versprach damals mehr als eingehalten wurde 
 - der Anspruch nach unbedingter Globalisierung der Agenda 21-Bewegung ist nur wenig mit der Politik konform gelaufen. Weltweit
betrachtet stagniert der Prozeß durch die oft zu geringe oder nur halbherzige Unterstützung seitens der Regierung(en) 
 - lokale Agenda 21 muß auf jeder Ebene Chefsache sein (werden), was in unserer VG bereits Realität ist 
 - mehr Kontrollen auf die Nachhaltigkeitswirkung von Projekten erforderlich 
 - mehr Medienpräsenz erforderlich, was allerdings in unserem Arbeitskreis bereits gut funktioniert 
Im zweiten Teil der Diskussion formulierten die Beratungsteilnehmer verschiedene Erwar-tungen an die Nachfolgekonferenz von
Johannesburg, wie z.B. 
 - alle Regierungen haben die Agenda 21 als „Sicherheitspolitik“ der Zukunft zu betrachten und danach zu handeln 
 - Deutlichmachung der besonderen Verantwortung der Industriestaaten für Agenda 21 
 - Agenda 21-Prozesse künftig weniger sporadisch oder kampagneartig betreiben, son-dern zum stetigen Prozeß werden zu lassen, was auch eine kontinuierliche personelle und finanzielle Ausstattung einschließt 
 - bei der Entwicklung neuer Produkte und Verfahren ist künftig der Grundsatz ihrer ökolo-gischen Verträglichkeit als Hauptkriterium zu setzen. Dazu gehört die verstärkte Durch-setzung der Kreislaufwirtschaft (Mehrfachverwendung von Rohstoffen) 
 - insbesondere in den hochentwickelten Staaten (als größte globale „Umweltsünder“) müssen sich die Wertebedingungen und der
Lebensstil grundsätzlich verändern (auch hinsichtlich Konsumverzicht). Dabei darf kein Staat ausscheren, sondern nur  a l l e  gemeinsam können das Ökologiesystem ERDE am Leben erhalten 
Abschließend diskutierten die Teilnehmer – ausgehend von diesen Erwartungen an die 
Johannesburger Folgekonferenz – was sich daraus für Deutschland und die eigene Arbeit ergibt. 

Nebenbei bemerkt noch eine Empfehlung für alle Gerataler: 
Die Lohmühle kann von den Teilnehmern der Beratung unbedingt für einen 
Familienausflug empfohlen werden. Sie ist als sehenswertes Museum für Wasserkraft und vielfältige handwerkliche Gewerke, die es
heute kaum noch gibt, ausgebaut. Man findet dort sehr interessante Ausstellungen rund um Wald und Holz, zum Leben im Wald und bemer-kenswerte Beispiele für frühere und heutige Holzbearbeitung. 
Eine Dampflokomotive und alte Eisenbahnwagen dürfen besichtigt werden. 
Man kann dort auch Angeln ausleihen, sich sein Essen (Forellen) selbst fangen und dann zum Chefkoch bringen. 
Zu finden ist die Lohmühle auf dem halben Weg zwischen Georgenthal und Tambach-Dietharz.

Hubert Link 
Mitarbeiter Agenda 21