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Hochwasser, nur ein Naturereignis?

Hochwasser und die damit verbundenen Überschwemmungen sind ein Naturereignis und als solche wichtige Bestandteile des natürlichen Wasserkreislaufs.
Im Allgemeinen sind Hochwasser eine Folge von Stark- und Dauerniederschlägen, manchmal auch in Verbindung mit der Schneeschmelze. Doch auch der Mensch hat einen nicht zu vernachlässigen Einfluß auf das Hochwassergeschehen, wie nachfol-gend genannte Aussagen belegen:
- Viele Gewässerauen wurden in der Vergangenheit zum Zwecke einer intensiven
  landwirtschaftlichen Nutzung hochwasserfrei- und trockengelegt.
- Die Zunahme der Flächenversiegelungen und die damit verbundenen Auswirkungen 
  auf den Wasserhaushalt werden oft nur wenig beachtet.
- Bei nicht standortgerechter Nutzung im Einzugsgebiet eines Gewässers kann der 
  Bodenspeicher geschädigt und damit der Oberflächenabfluss erhöht wird.
Das Naturereignis Hochwasser läßt sich trotz aller eingeleiteten Hochwasserschutz-maßnahmen und bei Beachtung des natürlichen Wasserrückhaltes nicht abschaffen, aber die menschlichen Einflüsse auf den Hochwasserabfluß können zum Teil wieder rückgängig gemacht werden.
Ein nicht unerhebliches Potential zur Reduzierung des Oberflächenabflusses besteht in - der Beseitigung von Bodenversiegelungen. 
- der Erhaltung und Wiederherstellung der Auen als Rückhalte- und Speicherräume 
  durch eine extensive Nutzung dieser Böden.
Zusammenfassend ist festzuhalten, daß das Hochwasser als ein Naturereignis zu ak-zeptieren ist, doch die negativen Einflüsse des Menschen auf diesen Prozeß sollten, besser noch: müssen reduziert werden.

Dr. B. Knabe Geraberg   Quelle: TMLNU „Fließgewässerschutz in Thüringen“