| Das „Jahr des
Süßwassers“ beginnt
Die Vereinten Nationen haben
2003 jetzt offiziell zum „Jahr des Süßwassers“ erklärt.
Es soll weltweit das Bewußtsein für die Kostbarkeit von frischem
Wasser schärfen und Maßnahmen zur besseren Nutzung der Vorräte
fördern, sagte die stellvertretende UN-Generalsekretärin Louise
Frechette in New York.
1,2 Milliarden Menschen,
das ist ein Fünftel der Weltbevölkerung, haben derzeit keinen
Zugang zu sauberen Trinkwasser. Mehr als 30 Länder leiden unter Wassermangel.
Der minimale Wasserbedarf
eines Menschen liegt nach UN-Angaben bei 50 Litern am Tag, davon 5 Liter
zum Trinken, 10 für die Nahrungszubereitung und der Rest für
die Hygiene. Doch Millionen Menschen müssen heute schon mit weniger
als 10 Liter am Tag auskommen.
Dagegen hat laut Aussage
des MDR die Region Dessau den geringsten Wasser-verbrauch in Europa und
der liegt bei 103 Liter pro Tag und Person, jedoch ist der Ver-brauch im
Einzugsgebiet der WAVI noch niedriger. Er beträgt ca. 80 Liter. In
Europa werden durchschnittlich ca. 260 Liter verbraucht.
Noch immer gelangen Abwässer
von 2,4 Milliarden Menschen ungeklärt in Flüsse und Meere. An
Krankheiten, die durch verseuchtes Wasser verursacht wurden, sterben weltweit
jedes Jahr mehr als 5 Millionen Menschen - zehn Mal mehr als durch Kriege.
Allein Durchfallerkrankungen
fordern 2 Millionen Tote jährlich. 60 % der Kindersterblich-keitsfälle
sind letztlich auf verschmutztes Wasser zurückzuführen.
Zwei Drittel des weltweit
verbrauchten Wassers werden in der Landwirtschaft zur künst-lichen
Bewässerung genutzt. Für die Produktion von nur einem Kilogramm
Reis werden bis zu 3 m3 Wasser benötigt. Der Anteil der Landwirtschaft
am globalen Verbrauch ist seit 1960 um 60 % gestiegen, und er wird in Zukunft
weiter steigen.
UN-Generalsekretär
Kofi Annan befürchtet, dass sauberes Wasser angesichts des wachsenden
Bedarfs und der schwindenden Reserven künftig zum Anlass von Span-nungen
und bewaffneten Konflikten werden könnte.
Wasser sei ein höchst
politisches Thema, meint auch Uschi Eid, Staatssekretärin im Berliner
Entwicklungsministerium. Umso wichtiger seien stabile Vereinbarungen bezüg-lich
grenzüberschreitender Gewässer.
Die UN-Mitgliedsstaaten
sind aufgerufen im „Jahr des Süßwassers“ das Engagement
für sauberes Wasser auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene zu
fördern.
Der geschätzte Investitionsbedarf
zur Verbesserung der Wasserversorgung liegt nach Angaben der Deutschen
Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit bei 60 Milliarden Dollar
im Jahr.
Im Rahmen der von der Weltbank
initiierten Global Water Partnership konnte bereits privates Kapital gewonnen
werden, um in Entwicklungsländern eine Infrastruktur für die
Wasserversorgung aufzubauen.
Dr. B. Knabe; Geraberg
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