| Rio + 10
Unter diesem Motto stand
eine von der Heinrich-Böll-Stiftung am 6. Juni 2002 im Au-gustiner-Kloster
in Erfurt durchgeführte Tagung, in der über Ergebnisse des Agenda
21 – Prozesses in den letzten 10 Jahren in Thüringen berichtet wurde.
Dazu wurden ein-gangs 3 Referate gehalten. So referierte Ursula Nix von
der Carl Duisberg Gesellschaft zur Thematik
„Zukunft gemeinsam gestalten
– Kommunale Nord-Süd-Zusammen-
arbeit, Chancen und Potentiale für globale Zukunftssicherung“.
Ausgehend von den Aufgaben
ihrer Gesellschaft setzte sie sich kritisch mit der Kinder-arbeit und der
Arbeit in den sogenannten Freihandelszonen auseinander, wo Menschen unter
der Bewachung von Militär für wenig Geld und unter schlechten
Bedingungen die vielfältigsten Produkte für die Industriestaaten
herstellen. Um diese Verhältnisse zu verbessern, unterstützen
staatliche und nichtstaatliche Organisationen verschiedene Projekte, die
unter anderem der Anhebung von Umweltstandards dienen, so unterstützt
Thüringen ein Projekt der Abfallwirtschaft in Kambodscha. Zusammenfassend
betonte sie, dass es nicht mehr um die Hilfe im klassischen Sinn geht,
sondern das Prinzip der Nachhaltigkeit muß dabei vor marktwirtschaftlichen
Kriterien stehen.
Thomas Koch, Referatsleiter
vom Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und
Umwelt analysierte die Aktivitäten des Freistaates bei der Verwirklichung
des A-genda 21 – Prozesses in Thüringen und faßte dies in dem
Satz zusammen:
Vieles wurde angeschoben,
einiges erreicht noch einiges zu tun in Thüringen.
So betonte er die Bedeutung
arbeitspolitischer Maßnahmen für den erreichten guten Stand
bei der Umsetzung der vielfältigen Agenda 21- Initativen im Freistaat.
Er hob da-bei hervor, dass die Regierung auf die Verwirklichung der Lokalen
Agenda 21 setzt und dies auch durch vielfältige Maßnahmen fördert.
Neben dem Engagement des Freistaa-tes beim Klimaschutz und dem KMU-Projekt
hob er besonders die beiden geförderten Forschungsprojekte hervor,
die bundesweite Anerkennung gefunden haben.
Seine Aussagen zum Komplex
„Was ist noch zu tun?“, faßte er in 3 Punkten zusam-men:
- Die soziale Komponente
und damit das bürgerschaftliche Engagement ist zu erhöhen.
- Aus Thema muß Trend
werden, d.h. die Mehrheit der Bürger ist für diesen Prozeß
zu
gewinnen.
- Gestaltung des Agenda
21 – Prozesses auf Landesebene bietet noch Möglichkeiten,
obwohl Thüringen
im Ländervergleich mit vorn liegt, wie auch der 1. Ostdeutsche
Agenda 21 – Tag in
Lauchhammer verdeutlichte.
Jörg Flaig von der
Fachhochschule Erfurt analysierte unter Berücksichtigung, der von
seiner Einrichtung erarbeiteten Indikatoren zum Agenda 21-Prozeß,
kritisch und sach-lich die Aktivitäten im Freistaat, wobei er besonders
hervorhob, dass die Aktivitäten vor
Ort zu verstärken sind.
Anschließend wurde
die Diskussion in Arbeitsgruppen fortgesetzt. So wurde in der Ar-beitsgruppe
Wirtschaft und Agenda 21 ausgehend von der Zielvorstellung „Wie kann die
„Wirtschaft“ eine neue aktive Rolle in und für lokale Agenda-Prozesse
in Thüringen ein-nehmen?“ diskutiert:
- Istzustand: Wie sind Unternehmen,
Verbände und Institutionen der
Wirtschaft in den Agenda-Prozeß integriert?
- Was ist zu tun: Welche
Entwicklung und Schritte dahin sind erforderlich,
um die Zielstellungen zu verfolgen/ zu erreichen?
Anschließend wurden
diese Themen und die Themen aus den anderen Arbeitsgruppen ausgewertet.
Dr. B. Knabe, Geraberg
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