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Bio- und Gentechnologie
- kurz und prägnant-

Während die Biotechnologie auf eine lange Tradition zurückblicken kann, ist die Gentechnologie ein relativ junger Teilbereich der Biotechnologie. Dies bedeutet, Biotechnologie ist kein Kind des modernen Industriezeitalters, auch wenn die Technisierung unseres Lebens der Biotechnologie einen erheblichen Bedeutungszuwachs gebracht hat.
Der Mensch beschäftigt sich mit biotechnischen Vorgängen, seit er anfing, die Nahrungsmittel die ihm die Natur zur Verfügung stellt, nicht im ursprünglichen Zustand zu verspeisen, sondern sie in unter-  
schiedlichster Weise zu bearbeiten:
- Kochen und Braten können als biotechnische Prozesse betrachtet werden.
- Brot backen, Wein keltern oder Bier brauen gehörte schon vor Jahrtausenden in den Bereich  
  der Biotechnologie.
- Dies gilt gleichfalls für die Haltbarmachung der Lebensmittel ebenso wie der Einsatz von  
  Heilkräutern in der Medizin oder die Herstellung von Käse. 

Unter Biotechnologie versteht man die Kombination biologischer und technischer Systeme für Zwecke der Stoffumwandlung. Sie erfolgt unter Einsatz von subzellulären biologischen Systemen, Mikroorga-  
nismen(wie Bakterien, Hefen, anderen Pilzen) Algen, Pflanzen- oder Tierzellkulturen. Auch der Einsatz züchterisch und/oder gentechnisch veränderter Tiere und Pflanzen in der Landwirtschaft gehört dazu.

Gentechnologie häufig gleichgesetzt mit "Neuer Biotechnologie" ist eines der modernsten Teilgebiete der Biotechnologie, das gezielt Erbinformationen (Gene) umbaut und zwischen Organismen überträgt. Meistens werden dabei Empfängerzellen mit Genen ausgestattet, die sie vorher nicht besaßen und die sie durch zufällige, spontane ("natürliche") Vorgänge nicht erwerben können.  
Mit dem Nachweis, daß die DNA (Desoxyribinukleinsäure) Träger der Erbinformation ist, begründete Oswald T. Avery 1944 die Molekulargenetik.
1973 gelang es Stanley Cohen und Herbert Boyer eine neu kombinierte DNA in lebende Bakterien ein-zuschleusen, was als Start der Gentechnik bezeichnet wird.

Quelle: Christof Tannert; Biotechnologie 1997      Dr. B. Knabe