| Historische Entwicklung
der Energienutzung
Die kontrollierte Nutzung
des Feuers vor ca. 500 000 Jahren war ein wesentlicher Meilen-stein in
der Entwicklungsgeschichte der Menschheit. Als Brennstoff dienten pflanzliche
und tierische Materialien, welche zum Kochen der Speisen und für die
Heizung eingesetzt wurden. Die dabei auftretenden Abgase führten bei
den Höhlen- und Hüttenbewohnern oft zu starken gesundheitlichen
Belastungen. Technische Lösungen für die gezielte Nutzung
des Feuers einschließlich einer den Menschen "nicht" belasteten Abführung
der Abgase hat es in verschiedenen Kulturen erst viel später gegeben.
Bis in das 18. Jahrhundert
beruhte die Weltenergieversorgung praktisch ausschließlich auf lokal
verfügbaren erneuerbaren Energiequellen wie Holz, Holzkohle, Biomasse,
Wind und Wasser. Im Zuge der Industrialisierung und steigender Bevölkerung
stieg der Energie-bedarf deutlich an. In dieser Zeit wurden die genannten
erneuerbaren Energiequellen immer mehr durch die fossilen Energieträger
wie Kohle sowie Erdgas und Erdöl verdrängt.
Im Jahr 1990 trugen diese
fossilen Energieträger mit 77 % zur Deckung des Weltenergie-bedarfes
bei, wobei der Anteil des Erdöles 32 % betrug. Kohle hatte einen Anteil
von 26 % und das Erdgas von 19 %
Der Anteil der erneuerbaren
Energien ist auf 18 % gefallen, dabei entfallen rund 10 % auf traditionelle
nicht kommerzielle Energieträger wie Holz oder Dung.. Weitere 6 %
werden
durch die Wasserkraft abgedeckt
und die restlichen 2 % auf die anderen erneuerbaren Ener-giequellen wie
Geothermie, Solar- und Windenergie.
Die restlichen 5 % des Weltenergieaufkommens,
werden durch Kernenergie abgesichert.
Während der Weltenergieverbrauch
1960 ca. 140 EJ (Exa Joule; 1 EJ = 1018 J) betrug, stieg er innerhalb von
30 Jahren um das 2,6-fache auf ca. 370 EJ.
Abschließend werden
einige wichtige Etappen der Energienutzung und dabei vorrangig der Nutzung
von Biomasse unter Angabe einiger gesetzlicher Vorschriften der letzten
Jahr-zehnte dargelegt:
600 Zentralheizung im Römischen
Reich
10. Jh. Geschlossene Feuerstätten
aus Steinen oder Lehm mit Rauchgasabführung in Mitteleuropa
14. Jh. Kachelöfen
17. Jh. Eiserne
Öfen
18. Jh. Ofen-Luft-Heizung
(gemauerter Ofen im Keller)
Mitte 18. Jh. Dampfheizung
in England und
Warmwasserheizung in Frankreich
1900 Fernheizung in Dresden
1959/60 Nutzung der
Kernenergie zur Stromerzeugung
Ende 1970 Marktreife
der Gasbrennwerttechnik
ab 1980 Vermehrter
Einsatz erneuerbarer Energien und
Bau von Niedrigenergiehäusern
1983 Erstes
Photovoltaik-Kraftwerk über 1MW
ab 1985 BHKW-Anlagen
für Wohngebäude
ab 1990 Energieautarke
Häuser in Deutschland
1977 1. Wärmeschutzverodnung
1982 2. Wärmeschutzverodnung
1992 3. Wärmeschutzverodnung
2002-02-06 Energieeinsparverordnung
Ausgehend von der Überlegungen,
daß die in den letzten Jahrzehnten zu beobachtende Verbesserung der
Energienutzung der Industriestaaten sich auch auf die Entwicklungsländer
übertragen läßt, daß die Zunahme des Energiebedarfes
deutlich langsamer erfolgen wird als das Wirtschaftswachstum, und außerdem
in Zukunft ein niedrigerer Pro-Kopf-Energieverbrauch erreicht wird als
gegenwärtig vorhanden, hat das World Energy Council Szenarien zur
Entwicklung des Weltenergiebedarfes entworfen. Für das Jahr 2020 wird
hierbei unter - günstigen Bedingungen ein Anstieg auf 475 EJ
erwartet.
- ungünstigen
Bedingungen ein Anstieg auf 722 EJ befürchtet.
Trotz der nicht zu vermeidenden
Unsicherheiten, mit denen solche Abschätzungen behaftet sind, muß
davon ausgegangen werden, daß der Weltenergieverbrauch im kommenden
Jahrhundert erheblich ansteigen wird.
Die Deckung des steigenden
Energiebedarfes bei gleichzeitiger Verknappung der fossi-len Energieträger
ist nicht die einzigste Herausforderung für die künftige Energiever-sorgung.
Vielmehr ist in den letzten Jahren auch deutlich geworden, dass eine energetische
Verwertung der fossilen Brennstoffe gleichzeitig zum Anstieg des Klimagases
CO2 beiträgt und damit zur Erwärmung der Erde. Um diesen für
die Menschheit doch bedrohlichen Trend zu stoppen, ist die Erschließung
neuer, umweltfreundlicher Energieträger
notwendig. Auf eine neue
Energiequelle wird im, Artikel "Solar erzeugter Wasserstoff, der Energieträger
der Zukunft" eingegangen.
Dr. Bernd Knabe; Geraberg
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