| Wann ist der
Mensch ein Mensch?
Zwar stand die Diskussionsrunde,
die unlängst im Gemeindesaal der Evangelisch-Lutherischen Sankt-Jacobus-Gemeinde
Ilmenau stattfand, unter dem Thema „Chancen und Risiken der Biotechnologie“,
fand jedoch ihren inhaltlichen Schwerpunkt in der Fragestellung der Überschrift.
Zu dieser Diskussion konnte
Pfarrer Mantek neben der Thüringer Ministerin für Wissenschaft
und Präsidentin der Deutschen Krebshilfe Prof. Schipanski, den Direktor
des Marienstiftes Arnstadt und Vorsitzenden der Ethikkommission Thüringens
Pfarrer Friedrich sowie als Moderator Thomas Seidel, Direktor der Evangelischen
Akademie Thüringen, begrüßen. Dabei stellte er die
Frage:
Sollen wir
tun, was wir tun können?
In ihrem Eingangsworten
gab Ministerin Schipanski einen kurzen Überblick der Entwicklung der
Medizin hinsichtlich der Abkehr des Ersatzes durch künstliche Teile
hin zur Transplantation. Das Problem der Abstoßung, welches eine
entscheidende Rolle bei der Transplantation spielt, gab es auch bei dem
Einsatz künstlicher Teile. In ihren weiteren Ausführungen erläuterte
sie mit Beispielen, welche Erfolge bereits durch die Transplantationsmedizin
erreicht wurden bzw. welche durch die Forschung auf diesem Gebiet unter
anderem durch die Nutzung embryonale und adulter Stammzellen zu erwarten
sind. Sie betonte die Unterschiede, die zwischen Deutschland und anderen
europäischen Ländern z.B. bei der Forschung an embryonalen Stammzellen
bestehen.
In der Diskussion mit Pfarrer
Friedrich an der sich auch verschiedene Zuhörer beteiligten kamen
die unterschiedliche Standpunkte nicht nur zu diesem Komplex zum Ausdruck,
sondern auch zu der in der Überschrift gestellten Frage. Hierbei teile
ich die Meinung der Ministerin, dass erst Leben beginnt, wenn die befruchtete
Eizelle in den Mutterleib gelangt. Diese Meinung stieß auf Widerspruch
verschiedener vor allem kirchlich orientierter Bürger. Für diese
beginnt Leben, wenn die Vereinigung von Sperma und Samen auch außerhalb
des Mutterleibes erfolgt
Aus meiner Sicht ist eine
solche Diskussion unbedingt notwendig, denn die Gentechnik wird in der
Zukunft das Leben von uns entscheidend beeinflussen, z.B. die Ethik des
Heilens. Aus diesem Grunde sollte die Diskussion weitergeführt werden,
denn nur so ist ein Konsens zwischen den verschiedenen Standpunkten möglich.
Diese im Anliegen und Ergebnis positive
Diskussion hatte 2 Mängel:
- Der Begriff Biotechnologie
war zu global gefasst, denn dazu gehört z.B. auch die
Bierherstellung.
Es wäre sinnvoller, hier von der Gentechnik zu sprechen. Konkret spielte
die rote Gentechnik,
das bedeutet deren Anwendung in der Medizin, die dominierende
Rolle in der Diskussion.
Die grüne Gentechnik, d. h. deren Anwendung in der
Landwirtschaft, wurde
in der Diskussion nur am Rande gestreift.
- Für das Verständnis
der angesprochenen Probleme wär es sinnvoller gewesen, wenn den
einführenden
Vortrag ein Fachmann gehalten hätte.
- In den Referaten kam leider
auch nicht zum Ausdruck, dass Deutschland neben dem
Embryonenschutzgesetz
als 2. Land der Welt ein Gentechnikgesetz besitzt
Dr. B. Knabe; Geraberg
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