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Schall und Mensch

In Ergänzung der beiden Artikel „Lärm, wo und wie laut?“ im Geratal - Anzeiger 22/03 sowie „Der Schall und das Hörensagen“ in der TA vom 13.11.03 und im Vorfeld hin-sichtlich durchzuführender Schallmessungen sind neben dem in der Überschrift ge-nannten Komplex, wozu im Artikel nähere Ausführungen erfolgen, noch der Komplex 
Warum misst man Schall? 
von Interesse. Dies erfolgt in einem gesonderten Artikel!
Schall ist ein normaler Bestandteil unseres Alltagsleben, dass wir kaum alle seine Funk-tionen richtig bemerken. Er vermittelt uns angenehme Erlebnisse, wenn wir z.B. Musik oder Vogelgezwitscher hören. Er erlaubt mündliche Verständigung mit Freunden und der Familie. Er mahnt und warnt uns, wenn das Telefon läutet, wenn es an der Tür klopft oder eine Sirene heult. Wir könne mit seiner Hilfe Qualitätsbeurteilungen durch-führen und Diagnosen stellen, wie z.B. klappernde Ventile eines Wagens, ein quiet-schendes Rad oder Herzgeräusche. 
In der modernen Industriegesellschaft belästigt uns der Schall jedoch allzu oft. Viele Geräusche sind unangenehm  oder unerwünscht. In diesem Fall nennen wir den Schall Lärm. Wie sehr uns jedoch Lärm belästigt, hängt nicht allein von seiner Art ab, sondern von unserer Einstellung dazu. Für den Konstrukteur mag der Schall des neuen Jet-Flugzeuges, das vom Boden abhebt, Musik in seinen Ohren sein, eine ohrenzerreißen-de Qual aber für die Leute, die in der Nähe der Rollbahn wohnen. Schall muß aber nicht unbedingt laut sein, um zu stören. Ein knarrender Fußboden oder ein tropfender Was-serhahn können genauso lästig sein wie lauter Donner.
Das größte Übel ist, dass Schall auch schaden und zerstören kann. Ein Überschallknall kann Fenster zertrümmern und kann Mörtel aus den Wänden brechen. Der bedauer-lichste Fall tritt aber ein, wenn Schall das empfindliche Instrument, das zu seinem Emp-fang konstruiert wurde, beschädigt - das menschliche Ohr.

Dr. B. Knabe         Quelle: Firmenprospekt von Brüel & Kjaer, DK