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Die unbequeme Wahrheit, Teil 2

Während im ersten Teil durch den 41. Vizepräsidenten der USA grundlegende Ausführungen zum Zusammenhang zwischen globaler Erderwärmung und Klimakatastrophen in dem Film
    „Die unbequeme Wahrheit“ („An inconvenient Truth“),
siehe Geratal-Anzeiger Nr. 03/07, erörtert wurden, sollen in diesem zweiten Teil konkrete Beispiele von Al Gore zu dieser Thematik dargelegt werden.
Wenn die im Meer befindlichen Eisfelder durch die Erderwärmung in den flüssigen Zustand übergehen, so wird der Meeresspiegel nicht ansteigen. Dies dokumentierte er sehr anschaulich mit einem in einem Wasserglas schwimmenden Eiswürfel. Liegt der Eiswürfel dagegen gestapelt auf einer Schicht von Eiswürfeln, so läuft das Glas bei deren Übergang in den flüssigen Zustand über. In der Realität bedeutet dies, das Abschmelzen des Festlandeises der Westantarktis bzw. von Grönland würde zu einem Ansteigen des Meeresspiegels von 6 m führen. Dies hätte katastrophale Folgen für die Menschheit und laut Aussage eines wissenschaftlichen Beraters von Tony Blair müsste die Weltkarte neu gezeichnet werden. So würde nicht nur ein Teil Floridas und ein großer Teil der Beneluxstaaten überflutet werden, was vor allem Holland betreffen würde, sondern die Gebiete um Schanghai und um Kalkutta einschließlich der Küste von Bangladesch würden unter Wasser stehen. Dies hat zur Folge, dass 40 bzw. 60 Millionen Menschen vor den Wassermassen fliehen müssten.
1980 erreichten die Zugvögel am 25. April Holland und am 3. Juni schlüpften die Jungvögel sowie die Raupen. Bedingt durch die Erderwärmung schlüpfen die Raupen heute 14 Tage früher, was negative Auswirkung auf die Fütterung der Jungvögel hat.
Die Eiskernbohrungen, die seit Jahren in der Antarktis erfolgen, gestatten den Wissenschaftlern eine Aussage zum jeweiligen Kohlendioxidgehalt der letzten
650 000 Jahre in der Atmosphäre. Unabhängig ob Eis- oder Warmzeit herrschte betrug dieser niemals mehr als 300 ppm (parts per million). Heute, wie Al Gore an einem Diagramm anschaulich dokumentierte, beträgt dieser Wert rund das Doppelte und wird wahrscheinlich in 50 Jahren das Vierfache betragen.
Die Hitzwelle, die 2003 Europa erfasste, forderte viele Tode, z. B. 15 000 in Frankreich, 13 000 in Portugal und sogar 20 000 in Italien. Zur gleichen Zeit stieg die Temperatur in Indien auf 50 °C und in den USA herrschten an vielen Tagen Temperaturen von 38 °C und mehr. Durch diese erhöhten Temperaturen werden auch die Meere übermäßig erhitzt.
Welche Auswirkung die Überhitzung der Meere z. B. für einen Hurrikan hat, zeigt eindeutig Katrina. Dieser Hurrikan traf im August 2005 auf die Ostküste Floridas mit einer Windgeschwindigkeit von ca. 130 km/h (Kategorie 1). Durch den überhitzten Golf von Mexiko erreichte er die höchste Kategorie 5 (ca. 280 km/h) und traf Ende des Monats auf die Bundesstaaten Louisiana und Mississippi. Eine 6 m hohe Flutwelle richtete unermäßliche Sachschäden an und forderte über 1500 Menschenleben nicht nur in New Orleans, sondern auch in den angrenzenden Regionen.
Diese auszugsweise dargestellten Auswirkungen der Erderwärmung dokumentieren eindeutig, ohne in Hysterie zu verfallen, dass der Klimawandel nicht zu stoppen ist und nur durch umweltgerechte Maßnahmen verlangsamt werden kann.
Dr. B. Knabe                        Geratal-Anzeiger 4/07


 

* Die unbequeme Wahrheit Teil 1 * Die unbequeme Wahrheit Teil 2 * Die unbequeme Wahrheit Teil 3
* Die unbequeme Wahrheit Teil 4 * Die unbequeme Wahrheit Teil 5 * Die unbequeme Wahrheit Teil 6
* Die unbequeme Wahrheit Teil 7